Georgische Opposition beschuldigt georgische Regierung

August 22, 2008

Das Georgische Friedenskomitee, dass eng mit dem deutschen Friedensrat zusammenarbeitet, erhebt in einer Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die georgische Regierung unter Mikheil Saakashvili.

Erklärung des Georgischen Friedenskomitees in Tbilissi zum Krieg im Kaukasus:

Erneut wurde Georgien in ein blutiges Chaos gestürzt und ist Schauplatz eines Bruderkrieges! Zu unserem großen Bedauern wurden Warnungen des Georgischen Friedenskomitees und fortschrittlicher Menschen in Geor­gien vor der unheilvollen Militarisierung des Landes und vor den Gefahren einer nationalistischen und faschistoiden Politik nicht gehört.
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Gorbatschow: Der Plan war, die Schuld auf Russland zu schieben

August 18, 2008

Das Bild verdichtet sich immer mehr, dass es sich bei dem Krieg in Süd-Ossetien um eine wohlorganisierte und gut instumentierte Medien- und Desinformations-Kampagne handelt, die das Ziel verfolgt Russland an den Pranger zu stellen und dadurch den NATO-Beitritt Georgiens zu ermöglichen. Diese Auffassung vertrat auch Michael Gorbatschow in einem Interview gegenüber CNN (siehe unten)

Die Fokusierung vieler Medien auf russische Aktionen und das Herunterspielen bzw. Unterschlagen des georgischen Angriffs, der in seiner Art wohl als Kriegsverbrechen eingestuft werden muss, sind ein interessantes Indiz hierfür. Vielfach wird sogar kolportiert es handle sich um einen geplanten russischen Überfall auf Georgien.

Die andererseits weit verbreitete Annahme in den Medien, beim georgischen Überfall würde es sich um einen Alleingang handeln, gerät in harten Konflikt mit dem gesunden Menschenverstand. Ein Staat wie Georgien, der für die USA ein Schlüsselstaat (Pivot) in der Region ist, der von den USA in den letzten Jahren massiv aufgerüstet wurde, der mit den USA gemeinsame Manöver durchführt und der amerikanische Militärberater im Land hat, würde diesen Schritt ohne Abstimmung mit seiner Führungsmacht durchführen, ist nicht nur unwahrscheinlich, es ist offensichtlich ein mediales Cover-Up. Der Versuch den Sachverhalt so zu interpretieren, dass Russland ein Motiv hätte, weil es von der Auseinandersetzung profitieren würde, wird durch die Entwicklung im Medien-Krieg klar widerlegt. Verfolgt man die Berichterstattung in den Medien, läuft alles auf ein öffentliches An-den-Pranger-Stellen Russlands hinaus, mit dem Ziel die russischen Friedenstruppen durch internationale Kontingente zu ersetzen und so den Beitritt Georgiens in die NATO durchzusetzen. Also wem nützt das? Und um wessen strategischen Plan handelt es sich? Und wieder einmal stellt sich die Frage: Inwieweit lassen sich unsere Leit-Medien instrumentalisieren und koordinieren?

CNN-Interview mit Michael Gorbatschow über den Krieg in Georgien
übersetzt in der österreichischen Zeitung „Der Standard“

(Quelle der Übersetzung: http://derstandard.at/?url=/?id=1218534096389)

Das Video findet sich hier: http://edition.cnn.com/2008/WORLD/europe/08/14/gorbachev/index.html#cnnSTCVideo

Gastgeber Larry King: Der Präsident von Georgien hat CNN gestern gesagt, dass die Welt in den letzten Tagen Zeuge einer brutalen, kaltblütig geplanten Niederschlagung eines kleinen demokratischen Staats durch Russland wurde. Was antworten sie darauf?

Gorbatschow: Nun, das sind alles Lügen vom Anfang bis zum Ende. Das ganze entzieht sich jeglichen Verständnisses. Ich habe die Meinung von Eduard Shevardnadze gehört, er kennt die Lage dort. Es ist alles mitten in der Nacht passiert. Etwas nach Mitternacht, als die ganze Stadt schlief, als die Stadt unter Beschuss genommen wurde. Unter enormen Beschuss, mit großkalibrigen Waffen, zu Land und auch aus der Luft. Jede Art des Tötens war hier recht. Es ist unglaublich. Zchinwali wurde von allen Seiten zerstört. Es wurde auf die Zivilbevölkerung geschossen, auf Krankenhäuser, es wurden die Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen zerstört, sowie die Energie- und Kommunikations-Infrastruktur. Die alten Denkmäler, die zu den ältesten im Kaukasus gehörten wurden zerstört. Die Gräber der Vorfahren zerstört und von Panzern niedergefahren.

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Masterplan um Putin in die Falle zu locken?

August 17, 2008

Artikel von Mike Whitney, bei Information Clearing House erschienen unter „Putin Walks into a Trap
(http://www.informationclearinghouse.info/article20508.htm)
und bei Counterpounch erschienen unter „Master Plan or Screw Up? Georgia and U.S. Strategy“ (http://www.counterpunch.org/whitney08142008.html)

Übersetzung von Anna Kühne (Berna Kühne-Spicer):

Putin tappt in die Falle (Übersetzung)
Die von Amerikanern ausgerüstete und ausgebildete georgische Armee schwärmte vergangenen Donnerstag nach Südossetien ein, tötete ca. 2000 Zivilisten, vertrieb 40.000 Südosseten über die russische Grenze und zerstörte einen Großteil der Hauptstadt Tschinvali. Der Angriff wurde durch nichts provoziert und erfolgte volle 24 Stunden bevor auch nur ein einziger russischer Soldat seinen Fuß auf südossetisches Gebiet gesetzt hatte. Nichtsdestotrotz glaubt die Mehrheit der Amerikaner immer noch, dass zuerst die russische Armee auf georgisches Territorium vorgedrungen sei. BBC, AP, NPR, die New York Times und alle anderen Medien des Establishments haben ihre Leser kontinuierlich und absichtlich zu der Annahme verleitet, die Gewalt in Südossetien sei seitens des Kremls initiiert worden. Den Rest des Beitrags lesen »


Krone Schmalz: „Russland blieb nichts anderes übrig“

August 17, 2008

Die Journalistin, Autorin und Russlandkennerin Dr. Gabriele Krone Schmalz im Interview mit n-tv.de

Donnerstag, 14. August 2008
Krone-Schmalz im Interview
„Russland blieb nichts anderes übrig“

Russland blieb im Konflikt mit Georgien „vermutlich nichts anderes übrig, als mit der Faust auf den Tisch zu hauen“, meint die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz im Gespräch mit n-tv.de. Die territorialen Streitereien „hätten sich wohl entspannter lösen lassen, wenn Saakaschwili sich nicht so ungeniert als US-amerikanischer Vorposten im Kaukasus begreifen würde“. Den Rest des Beitrags lesen »


Georgien: Wie bekommt man ein Land in die Nato?

August 16, 2008

… und nimmt Russland immer weiter in die Zange?

Dass unsere Medien die Russen als die Agressoren darstellen, obwohl der Angriff von Georgien auf Südosetien erfolgte, ist nicht verwunderlich, sondern liefert nur wieder einmal ein Anschauungsobjekt von politischer Propaganda.

Wie Fox-News Redende unterbricht, wenn das gesagte nicht passt:

http://de.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ

Hier soll nun keine Verteidigung Russlands folgen. Dass Russlands Gebaren einiges zu wünschen übrig lässt, soll auch keinesfalls bestritten werden.

Merkwürdig mutet es an, dass gerade die US-Regierung den Russen Brechung des Völkerrechts vorwirft. Sind diese selbst nicht die Weltmeister darin?

Die Frage die wir uns stellen sollten, ist nicht so sehr, ob nun Südossetien zu Georgien oder zu Russland gehört oder …, sondern welcher Plan hinter dem Angriff Georgiens auf Südossetien steckt. Dass dieser nicht von militärischem Erfolg gekrönt sein würde, war vorhersehbar. Dass die Russen diesem nicht einfach zuschauen würden, wenn 2000 Inhaber russischer Pässe getötet werden und 30000 auf der Flucht sind, war ebenfalls vorhersehbar.

Was also sollte das Ganze? Sollte es dazu dienen Georgien in die Nato zu bekommen? Wenn ja, so sieht es danach aus, als könnte dies durchaus von Erfolg gekrönt sein.

Russland wird auch mit US Abwehrraketen in Polen immer weiter in die Zange genommen.
Hierzu Hauke Ritz:

An dieser Stelle kommt der Raketenschild ins Spiel. Seine strategische Bedeutung besteht darin, jene paar Dutzend Raketen abzufangen, die Moskau nach einem amerikanischen Überraschungsangriff noch für einen Zweitschlag zur Verfügung stünden.

Daß diese strategischen Überlegungen bei derzeitigen amerikanischen Rüstungsanstrengungen tatsächlich eine Rolle spielen, zeigt ein im April/Mai 2006 in »Foreign Affairs«, der führenden außenpolitischen Fachzeitschrift, publizierter Aufsatz. Der Essay trägt den Titel: »The rise of U.S. nuclear primacy« …
… wären Lieber und Press [die Autoren des genannten Artikels] zufolge die USA in der Lage, etwa 99 Prozent der russischen Atomraketen im Erstschlag zu zerstören. Das verbliebene eine Prozent der russischen Atomkapazität, das Moskau in einem Zweitschlag noch abfeuern könnte, würde nach Ansicht der Autoren durch den Raketenschild neutralisiert werden.

… worin die eigentliche Funktion des Raketenschilds besteht: Er soll den USA die Fähigkeit sichern, einen Atomkrieg zu führen, ohne selbst von Gegenschlägen getroffen zu werden.

http://www.jungewelt.de/2008/06-28/026.php
(http://thegrandchessboard.wordpress.com/2008/07/05/brzezinskis-schachbrett-2/)
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