Daniel Barenboim über den Krieg in Gaza: Unnütz vergossenes Blut

Daniel Barenboim im Interview zum Krieg in Gaza

Israel weiß, dass es sich eine militärische Niederlage nicht leisten kann, wenn es nicht von der Landkarte verschwinden will. Es müsste aber auch gelernt haben, dass jeder Sieg nur noch größere Probleme mit sich gebracht hat. Ist es überhaupt denkbar, die Hamas zu zerstören? Wenn das nicht der Fall ist, wäre jede militärische Handlung grundsätzlich kriminell. Sollte es möglich sein, muss man sich überlegen, was danach passieren würde. Werden anderthalb Millionen Palästinenser über Nacht auf dem Boden knien und “Amen” rufen? Wohl kaum! Stattdessen wird sich eine neue, noch radikalere Bewegung gründen. Die Logik verbietet also jede weitere Kriegshandlung. Auch die Hamas muss sich fragen, was die Raketenangriffe auf Israel bewirken. Sie sind Protest gegen die Besetzung und sorgen für psychologischen Terror. Aber wohin soll er führen? Zu Verhandlungen? Natürlich nicht! Die Hamas muss einsehen, dass sie mit Israels Militärmacht nicht konkurrieren kann. Derzeit spielen beide Parteien Poker. Und jede Seite hat das gleiche As in der Hand: die Anerkennung der anderen Nation. Es wird langfristig kein Weg daran vorbeiführen, diese Karte offenzulegen.

(Ganzes Interview unter faz.net)

Daniel Barenboim ist ein international renommierter, jüdischer Pianist und  Dirigent, der sich mutig und unbequem für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. U. a. gründete er 1999 das West-Eastern Divan Orchestra, ein jüdisch-arabisches Symphonieorchester.

http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Barenboim

http://de.wikipedia.org/wiki/West-Eastern_Divan_Orchestra

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