Interview mit Yukihisa Fujita zum 11. September 2001

in der Jungen Welt vom 20.06.2008:

»Viele Punkte im offiziellen Bericht sind fragwürdig«

Ein japanischer Parlamentsabgeordneter will internationale Koalition zur Aufklärung des 11. 9. 2001 bilden. Gespräch mit Yukihisa Fujita

Ralf Wurzbacher
Yukihisa Fujita ist Abgeordneter der »Demokratischen Partei« im japanischen Parlament und Vorsitzender eines parlamentarischen Ausschusses zur Verteidigungs- und Außenpolitik.


Sie reisen gegenwärtig durch Europa, um eine »Internationale Koalition zur Aufklärung des 11. September 2001« zu schmieden. Was läßt Sie an der offiziellen Version des Tathergangs der Terrorattacken auf die USA zweifeln?

Ein sehr wichtiger Punkt ist der Zusammenbruch von Gebäude 7 des World-Trade-Centers. Es wurde nicht von einem Flugzeug getroffen – und dennoch stürzte es sieben Stunden nach dem Kollaps der Zwillingstürme in etwa sechs Sekunden wie in freiem Fall innerhalb seines eigenen Grundrisses zusammen. Außerdem standen die Schäden am Pentagon in keiner Relation zur Größe des Flugzeugs, das dort eingeschlagen sein soll. Und wo sind all die Videoaufnahmen der etlichen Überwachungskameras rund um das Pentagon?

Zwei Vorsitzende der offiziellen Untersuchungskommission in den USA zum 11. September haben geäußert, daß seitens der Regierung wichtige Informationen zurückgehalten worden sind und die Arbeit der Kommission stark beeinträchtigt war. Große Bedeutung hat auch der Antrag zur Amtsenthebung von US-Präsident George Bush, der vergangene Woche im Kongreß mit 251 gegen 166 Stimmen an den Rechtsausschuß weitergeleitet wurde. Der Antrag umfaßte 35 einzelne Punkte, zwei gingen konkret auf den 11. September ein. Der Antrag muß natürlich noch hohe Hürden passieren, bevor er vielleicht Konsequenzen hat. Dennoch zeigt sich im Abstimmungsverhalten eine deutliche Bereitschaft der Parlamentarier, Bush noch vor den Wahlen wegen schwerwiegender Vergehen zur Verantwortung zu ziehen.

In Deutschland wären Sie mit Ihren Zweifeln rasch als »Verschwörungstheoretiker« verschrien.

Ich selbst habe nie Verschwörungstheorien aufgestellt und auch nie über einen von den USA inszenierten Anschlag spekuliert. Es ist nur so, daß viele Punkte im offiziellen Untersuchungsbericht keinen Sinn machen. Ich war eigentlich auch der Meinung, Osama Bin Laden sei der Drahtzieher gewesen. Ein Blick auf die Webseite des FBI offenbart jedoch, daß nach Bin Laden nicht wegen der Verbrechen des 11. September, sondern wegen der Anschläge auf die Botschaften in Ostafrika im Jahre 1998 gefahndet wird.Sie haben Ihre Thesen im Januar anläßlich der Abstimmung über die Wiederbeteiligung Japans an der »Antiterrormission« Enduring Freedom (OEF) in einem halbstündigen Vortrag vor dem Unterhaus dargelegt. Fand Ihr Auftritt in der Öffentlichkeit Beachtung?

Es gab ein paar Zeitungsberichte, in denen die Notwendigkeit einer neuen Untersuchung unterstützt wurde. Mich haben zudem viele E-Mails von Bürgern erreicht, die mich darin bestärkten, die offenen Fragen weiter zu thematisieren. Die Abgeordneten meiner Partei stehen inzwischen fast alle hinter mir. Und es gibt sogar einige Parlamentarier der Regierungspartei, die sehr daran interessiert sind, die ganze Wahrheit zu erfahren.

Sie halten nach möglichen Verbündeten in Europa Ausschau, um die Causa 9/11 auf die politische Tagesordnung zu bringen. Wie erfolgreich waren Sie bisher?

In Großbritannien bin ich mit dem ehemaligen Umweltminister Michael Meacher zusammengetroffen. Er kennt weitere Abgeordnete, die ihn in seiner Forderung nach einer neuen Untersuchung unterstützen. Ich traf auch den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, der mir seine Erkenntnisse zu den verdächtigen Finanzspekulationen im Vorfeld des 11. September, als an der Börse auf einen Kurseinbruch von American Airlines und United Airlines gewettet wurde, wiederholt bestätigte. Er hatte sich zu dieser Problematik während einer Konferenz im September 2001 geäußert und sagte mir, ich könne seinen Namen in diesem Zusammenhang erwähnen. Im Februar wohnte ich der Vorführung des Films »Zero« durch den EU-Abgeordneten Giulietto Chiesa im Europäischen Parlament bei.

Sind auch deutsche Politiker interessiert?

In Deutschland hatte ich dieses Mal nur einen sehr kurzen Aufenthalt auf dem Weg nach Italien. Einige fruchtbare Sondierungsgespräche konnte ich dennoch führen, das soll in Zukunft vertieft werden.

http://www.jungewelt.de/2008/06-20/066.php

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